Gedichtanalyse schreiben – was muss beachtet werden?
Aufbau einer Gedichtanalyse
Wurden die Kernaussagen des Textes erschlossen und eine knappe Inhaltsangabe verfasst, folgt nun die sprachliche Analyse des lyrischen Textes. Hierzu zählt unter anderem die Erzählweise, die analysiert werden muss. Unterschieden wird zwischen dem auktorialen und alleswissenden Erzähler sowie der Ich-Perspektive.
Bei der weiteren Analyse muss der Verfasser der Gedichtanalyse nun die sprachlichen Besonderheiten des Gedichts erläutern. Hierzu zählen auch sprachliche Stilmittel, die bestimmte Aussagen betonen und hervorheben. Hierbei ist es zudem wichtig, dass der Schüler mit Zitaten und Versangaben arbeitet, um die sprachlichen Besonderheiten und Stilmitteln anschaulich darzustellen.
Des Weiteren sollte auch auf den Aufbau des Gedichtes geachtet werden. Diesbezüglich muss der Verfasser die Anzahl der Strophen und Verse benennen, aber auch Besonderheiten der Gedichtform erkennen und erklären. Für die Analyse ist dabei auch das Metrum, wie beispielsweise Anapest, Jambus, Trochäus oder Daktylus, entscheidend. Zum Aufbau eines lyrischen Textes zählen aber auch das Reimschema sowie die Reimart, unter anderem Kreuzreim, Paarreim oder umarmender Reim.
Die Gedichtanalyse muss mit einem Schlussteil abgeschlossen werden. Hierbei sollte besonders darauf geachtet werden, dass der Eindruck vermieden werden sollte, als sei die Arbeit plötzlich abgebrochen. Dabei sind unterschiedliche Schlussvarianten für eine Analyse möglich. Nach dem so genannten Klammer-Prinzip kann der Verfasser noch einmal auf die Einleitung oder einen Anfangsgedanken zurückkommen. Hierbei können zu Beginn beispielsweise eine These aufgestellt werden, die im Schlussteil entweder bestätigt oder verneint wird.
Darüber hinaus ist auch ein Ausblick auf weitere Fragestellungen möglich, wobei dies ausführlicher erläutert werden muss.
Die gängigste Methode für den Abschluss einer Gedichtanalyse ist jedoch die Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse, wobei der Verfasser zusätzlich auf die Absichten des Autors eingehen muss. Anschließend kann die persönliche Meinung oder ein Werteurteil geäußert werden.